REACH verständlich und kompakt

Kaum ein Chemiegesetz wird in der Branche so rege diskutiert wie die REACH-Verordnung (EU 1907/2006) aus dem Jahr. Deswegen haben wir für unsere Kunden ein REACH-Glossar und verschiedene Fachartikel rund um die Details von REACH zur Verfügung gestellt.

Glossar

Unser REACH Glossar erläutert kompakt und verständlich die wichtigen Begriffe und Abkürzungen aus dem Chemikalienrecht und soll unsere Kunden unterstützen, sich im “REACH-Dschungel” zurechtzufinden. Weitere Begriffsdefinitionen finden Sie in der mehrsprachigen Terminologiedatenbank der ECHA.

Anhang XIV (Verzeichnis zulassungspflichtiger Stoffe) legt für jeden in diesem Verzeichnis aufgeführten Stoff das Datum (den so genannten "Ablauftermin") fest, ab dem das Inverkehrbringen und die Verwendung dieses Stoffes verboten ist, es sei denn, es gilt eine Ausnahmeregelung, es wurde eine Zulassung erteilt oder es wurde ein Zulassungsantrag vor Ablauf der ebenfalls in Anhang XIV festgelegten Antragsfrist eingereicht, über den die Kommission aber noch nicht entschieden hat.

Anhang XIV der REACH-Verordnung führt alle Stoffe auf, die nach REACH zulassungspflichtig sind. Die Verwendung und das Inverkehrbringen zur Verwendung von Stoffen, die in Anhang XIV aufgeführt werden, ist ab dem "Ablauftermin" untersagt, wenn für diese Verwendung keine Zulassung erteilt wurde oder wenn dafür keine Ausnahmeregelung gilt.

Anhang XVII der REACH-Verordnung führt alle Stoffe auf, die Beschränkungen unterliegen, und die Bedingungen ihrer Beschränkungen nach dieser Verordnung.

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund

Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin

Bedingungen für die Herstellung, die Verwendung oder das Inverkehrbringen oder das Verbot dieser Tätigkeiten. Die nach REACH auferlegten Beschränkungen werden in Anhang XVII der Verordnung aufgeführt, der den Umfang und die Bedingungen der Beschränkungen festlegt.

Classification, Labelling and Packaging. Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen.

krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend

European Chemical Agency. Agentur für das Management aller Aufgaben im Rahmen von REACH und CLP mit Sitz in Helsinki.

European Database of Export and Import of Dangerous Chemicals. Datenbanksystem zur Notifikation der Ein- und Ausfuhr gefährlicher Chemikalien

Die Einstufung ist ein Vorgang, in dem gegebene Stoffe oder Zubereitungen je nach ihren inhärenten Eigenschaften und nach Maßgabe der in der Richtlinie CLP-Verordnung festgelegten Kriterien einer der 15 Gefahrenkategorien zugeordnet werden. Erweist sich ein Stoff als nicht gefährlich, wird er nicht eingestuft. Im GHS werden Stoffe oder Zubereitungen in Gefahrenklassen eingestuft.

Gegenstand, der bei der Herstellung eine spezifische Form, Oberfläche oder Gestalt erhält, die in größerem Maße als die chemische Zusammensetzung seine Funktion bestimmt.

erweitertes Sicherheitsdatenblatt mit Expositionsszenarien

Der Ausschuss der Mitgliedstaaten (MSC) ist ein Agenturausschuss, der für folgende Aufgaben zuständig ist: Klärung von möglichen Meinungsverschiedenheiten über Entscheidungsentwürfe, die von der Agentur oder von den Mitgliedstaaten nach Titel VI vorgeschlagen werden, und über Vorschläge zur Ermittlung von besonders besorgniserregenden Stoffen, die dem Zulassungsverfahren zu unterwerfen sind. Jeder Mitgliedstaat entsendet ein Mitglied mit einer Amtszeit von drei Jahren in den MSC.

Eine natürliche oder juristische Person mit Sitz in der Gemeinschaft, die im Rahmen ihrer industriellen oder gewerblichen Tätigkeit einen Stoff als solchen oder in einer Zubereitung verwendet, mit Ausnahme des Herstellers oder Importeurs.

Persistent, bioakkumulierbar und toxisch. Die Kriterien für die Identifizierung von persistenten, bioakkumulierbaren und toxischen (PBT) Stoffen sind in Anhang XIII definiert.

Quantitative Struktur-Wirkung-Beziehung. Bezeichnet den Zusammenhang zwischen den physikalischen und/oder chemischen Eigenschaften eines Stoffes und seiner Fähigkeit, eine bestimmte Wirkung auszulösen. Toxikologische QSAR-Studien verfolgen das Ziel, Methoden für die Vorhersage der Toxizität eines Stoffes aus seiner chemischen Struktur zu entwickeln. Ihre Grundlage sind Analogien zu anderen toxischen Stoffen mit bekannter Struktur und bekannten toxischen Eigenschaften. In der Praxis sind QSAR mathematische Modelle, die Stoffeigenschaften aus der molekularen Struktur dieser Stoffe ableiten.

Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe. Festgelegt in der EU-Verordnung 1907/2006.

Zur Registrierung wird bei der Agentur ein technisches Dossier und erforderlichenfalls ein Stoffsicherheitsbericht zu einem Stoff eingereicht, der in der Europäischen Union (und nach der Umsetzung in den betreffenden Ländern im Europäischen Wirtschaftsgebiet (EWR)) hergestellt oder dorthin eingeführt wird. Die Registrierung von Stoffen, die in Mengen von > 1 Tonne bis < 100 Tonnen pro Hersteller und Jahr hergestellt oder importiert werden, endet am 01.06.2018.

Das Rotterdamer Übereinkommen über den Handel mit gefährlichen Chemikalien sowie Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln, auch PIC-Übereinkommen bzw. PIC-Konvention, ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der die Sicherheit beim Umgang mit Chemikalien im internationalen Handelt mit Gefahrstoffen gewährleisten soll. Der Vertrag beinhaltet ein Informationssystem: Für bestimmte gefährliche Chemikalien sowie Pestizide ist ein Verfahren der vorherigen Zustimmung erforderlich. Dabei werden die Importländer von den Exportländern über die Einfuhr eines betreffenden Stoffs informiert (Prior Informed Consent, deshalb auch PIC-Konvention). Diese Regelung soll insbesondere die Entwicklungsländer vor der unkontrollierten Einfuhr von Stoffen schützen, bei denen sie keine ausreichenden Informationen oder Infrastruktur haben, um einen sicheren Umgang gewährleusten zu können.

Ein chemisches Element und seine Verbindungen in natürlicher Form oder gewonnen durch ein Herstellungsverfahren, einschließlich der zur Wahrung seiner Stabilität notwendigen Zusatzstoffe und der durch das angewandte Verfahren bedingten Verunreinigungen, aber mit Ausnahme von Lösungsmitteln, die von dem Stoff ohne Beeinträchtigung seiner Stabilität und ohne Änderung seiner Zusammensetzung abgetrennt werden können.

Besonders besorgniserregende Stoffe im Sinne der REACH-Verordnung sind:

  1. CMR-Stoffe der Kategorien 1 oder 2,
  2. PBT- und vPvB-Stoffe (sehr persistente, sehr bioakkumulierbare Stoffe), die die Kriterien aus Anhang XIII erfüllen, und
  3. Stoffe wie etwa solche mit endokrinen Eigenschaften oder solche mit persistenten, bioakkumulierbaren und toxischen Eigenschaften oder sehr persistenten und sehr bioakkumulierbaren Eigenschaften, die die Kriterien aus Anhang III nicht erfüllen, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen wahrscheinlich schwerwiegende Wirkungen auf die menschliche Gesundheit oder auf die Umwelt haben, die ebenso besorgniserregend sind wie diejenigen anderer in den Punkten 1 und 2 aufgeführter Stoffe, und die im Einzelfall gemäß dem Verfahren des Artikels 59 ermittelt werden

Umweltbundesamt in Dessau.

Nach dem Inkrafttreten der REACH-Verordnung dürfen Stoffe in Mengen von mehr als einer Tonne pro Jahr nur hergestellt und eingeführt werden, wenn sie registriert sind. Für Stoffe, die bereits auf dem Markt sind (so genannte Phase-in-Stoffe), gilt jedoch eine Übergangsregelung, wenn Hersteller und Importeure ihre Stoffe zwischen dem 1. Juni 2008 und dem 1. Dezember 2008 vorregistrieren lassen. Die Vorregistrierung erlaubt es Unternehmen, ihre Phase-in-Stoffe für mehrere Jahre bis zum Ablauf der Registrierungsfrist herzustellen und einzuführen. Ein Vorregistrant muss bei der Agentur ein Vorregistrierungsdossier mit folgenden Informationen einreichen: Name des Stoffes, Kontaktangaben des Vorregistranten, geplante Registrierungsfrist und Mengenbereich sowie Stoffnamen für Analogien, Gruppierung oder QSAR-Daten.

Gemische oder Lösungen, die aus zwei oder mehr Stoffen bestehen.

Die REACH-Verordnung sieht ein Zulassungsverfahren vor, das eine angemessene Beherrschung von besonders besorgniserregenden Stoffen gewährleisten soll, die nach und nach durch sicherere Stoffe oder Technologien zu ersetzen sind oder nur eingesetzt werden dürfen, wenn ihr Einsatz für die Gesellschaft insgesamt von Nutzen ist. Diese Stoffe werden priorisiert und im Laufe der Zeit in Anhang XIV aufgenommen. Nach der Aufnahme in den Anhang muss die Industrie bei der Agentur Anträge stellen und sich die weitere Verwendung dieser Stoffe genehmigen lassen.

Allgemeine Informationen

Auch in galvanotechnischen Verfahren kommen besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC-Stoffe) zum Einsatz. Nach Artikel 33 der REACH-Verordnung muss ein Lieferant von Erzeugnissen seine Abnehmer informieren, sofern ein SVHC in einer Konzentration von über 0,1 Gewichtsprozent im Erzeugnis enthalten ist. Als Lieferant von Zubereitungen ist Schlötter von dieser Informationspflicht zwar ausgenommen, uns ist es jedoch wichtig, unsere Kunden über die in unseren Produkten verwendeten SVHC-Stoffe zu informieren. Deswegen fügen wir einen Hinweis über die Einstufung von Stoffen als SVHC-Stoffe in Abschnitt 15 (Rechtsvorschriften) unserer Sicherheitsdatenblätter ein.

Sobald neue Stoffe in die SVHC-Kandidatenliste aufgenommen werden, informieren wir alle Kunden, die Zubereitungen mit diesen Stoffen beziehen. Stoffe, die von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in die Kandidatenliste aufgenommen wurden, durchlaufen einen mehrstufigen Zulassungsprozess, in dem darüber entschieden wird, ob der jeweilige Stoff tatsächlich zulassungspflichtig wird, für welche Verwendungen keine Zulassung benötigt wird und ab welchem Ablauftermin ein Stoff nicht mehr ohne Zulassung verwendet werden darf.

Folgende SVHC-Stoffe können in Schlötter-Produkten enthalten sein.

  • Borsäure
  • Blei
  • Blei(II)methansulfonat
  • Chromsäure / Dichromsäure / Chromtrioxid
  • Ethylendiamin
  • Ethylenthioharnstoff
  • Kaliumdichromat / Natriumchromat / Natriumdichromat
  • Kobaltsulfat
  • Natriumtetraborat
  • Phenolphtalein

Noch Fragen zu REACH und unserem Glossar?

Haben Sie noch Fragen über unser Glossar hinaus? Dr. Joachim Heermann, QM-Beauftragter von Schlötter, hilft Ihnen zu REACH gerne weiter. Dr. Heermann (E-Mail: heermann@schloetter.de) ist stellvertretender Ressortleiter des ZVO-Ressorts “REACH” und Autor der Rubrik “REACH und kein Ende” in der Zeitschrift Galvanotechnik, wo er regelmäßig über Artikel zu REACH veröffentlicht.

 

Götterdämmerung im Reich des Chromtrioxids?! Die ungewisse Zukunft eines SVHC-Stoffes unter REACh (Galvanotechnik 12/2018)

Die Causa „Cobaltsalze“: Das Hü und Hott unter REACh (Galvanotechnik 03/2018)

Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern? Die Ziele unter REACh — eine kurze Bestandsaufnahme (Galvanotechnik 02/2018)

Der Countdown läuft: Letzte Chance zur Registrierung 2018 unter REACh — Haben wir alles im Griff? (Galvanotechnik 01/2018)

Der Nächste, bitte! Die ECHA und EU auf der Jagd nach SVHC-Stoffen (Galvanotechnik 11/2017)

Leitfäden zu REACh und CLP (Galvanotechnik 09/2017)

Die Zukunft der Borsäure (Galvanotechnik 08/2017)

Die CLP-Verordnung läßt grüßen: Das Piktogramm ist tot. Lang lebe das Piktogramm! (Galvanotechnik 07/2017)

Chromtrioxid und das Sunset Date: Und was kommt dann? Stand der Zulassung unter (Galvanotechnik 6/2017)

Vorregistrierung ade, scheiden tut weh! Die Vorregistrierung unter REACh ist ein Auslaufmodell und hat nun bald endgültig ausgedient

Heute noch erlaubt und morgen schon verboten! Wie behält man den Status eins Stoffes unter REACH im Auge? (Galvanotechnik 04/2017)

Einer muss sich schließlich darum kümmern: Verantwortlich für die Umsetzung von REACH in Deutschland sind BAuA, UBA und BfR! (02/2017)

Dauerbrenner Chromtrioxid: Aktueller Stand und Ausblick (Galvanotechnik 11/2016)

Mit gehangen, mit gefangen! Auch Mineralien transportieren Konflikte (Galvanotechnik 07/2016)

Chemikalien unter Druck - Reglementierungswahn in der Europäischen Union (Galvanotechnik 04/2016)

Die Registrierung unter REACH - Neues zur gemeinsamen Vorlage und Nutzung von Daten (Galvanotechnik 02/2016)

Woher nehmen und nicht stehlen? Die Informationspflichten entlang der Lieferkette gemäß REACh-Verordnung (Galvanotechnik 01/2016)

Sinn und Unsinn von REACh: Wäre es ohne REACh gegangen? (Galvanotechnik 12/2015)

Woher nehmen und nicht stehlen? Die Informationspflichten entlang der Lieferkette gemäß REACh-Verordnung (Galvanotechnik 01/2016)

Sinn und Unsinn von REACh: Wäre es ohne REACh gegangen? (Galvanotechnik 12/2015)

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Die Chemikalien-Sanktionsverordnung unter REACh! (Galvanotechnik 11/2015)

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Was nichts kostet, ist nichts wert! Gilt das auch für REACh? (Galvanotechnik 10/2015)

Lieber frühzeitig agieren, als rechtzeitig reagieren! Wie behalte ich den Überblick im Informations- und Publikationsdickicht von REACh? (Galvanotechnik 09/2015)

"Schwarzfahren" unter REACh gilt nicht! Die dritte und letzte Registrierungsfrist 2018 (Galvanotechnik 08/2015)

BAuA Helpdesk REACh - CLP- Biozid: Da werden Sie geholfen! (Galvanotechnik07/2015)

"Karriere" machen unter REACH als besonders besorgniserregender Stoff (Galvanotechnik 06/2015)

Wie ist die Aus- und Einfuhr gefährlicher Chemikalien in der EU geregelt? Die PIC-Verodnung! (5/2015)

Bin ich von Reach betroffen? Ja klar! (Galvanotechnik 01/2015)

Das ZVO-Ressort REACH informiert: Handlungsoptionen zur Chromsäureautorisierung (Galvanotechnik 01/2015)